· 

Glück

Vor kurzem wurde ich von Finn Pihan, einem Schüler des Gymnasiums Gars, zum Thema „Die Wirkung instrumentalen Musizierens auf das Glück“ interviewt. Finn hat dazu eine Seminararbeit verfasst, die ich nach ihrer Fertigstellung mit großem Interesse gelesen habe.

In einer Zeit, in der viele Menschen glauben, ihre oft oberflächlichen, unsachlichen und faktenbefreiten Meinungen unreflektiert im Netz verbreiten zu müssen, war es wohltuend, den Text eines jungen Menschen zu lesen, der sich mit Ernsthaftigkeit und Tiefgang einem Thema gewidmet hat. Finn hat gründlich recherchiert, seine Gedanken klar strukturiert und eine inhaltlich anspruchsvolle Arbeit vorgelegt.

Glück zu beschreiben, ist alles andere als einfach. Den Begriff jedoch in den Kontext des Musizierens zu stellen, ist ein vielversprechender und kluger Ansatz, denn gemeinsames Musizieren vereint zahlreiche glücksfördernde Aspekte. Es wirkt sowohl individuell als auch gemeinschaftsstärkend. Wie ich bei der Lektüre erfahren durfte, ist letzteres unter anderem auf die Ausschüttung von Oxytocin während des gemeinsamen Musizierens zurückzuführen – jenes Bindungshormons, das soziale Nähe und Vertrauen fördert.

Finn beleuchtet in seiner Arbeit nicht nur wissenschaftliche Grundlagen, sondern integriert auch andere Perspektiven: seine persönlichen Erfahrungen als Cellist, meine  aus meiner Tätigkeit als Berufsmusiker, sowie die Ergebnisse einer Umfrage unter musizierenden Menschen aus Finns Umfeld.

Eine vollständige Zusammenfassung all dieser Facetten sprengt den Rahmen dieser Kolumne. Doch lassen Sie mich einige Begriffe nennen, die Finn in seiner Arbeit treffend herausstellt und die den Zusammenhang zwischen Musizieren und Glück besonders gut beschreiben: Wohlbefinden, Trost, Freude, Inspiration und Dankbarkeit.

Rufen wir uns diese essenziellen Faktoren für unser Glück immer wieder ins Bewusstsein. Schenken wir ihnen mehr Bedeutung als dem Streben nach Perfektion, der Angst vor Fehlern oder all dem, was Druck und Stress erzeugt. Nutzen wir die Zeit mit dem Instrument als Quelle unseres Glücks!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0