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Bach

In diesen turbulenten, unsicheren und teils beunruhigenden Zeiten ist es nicht immer einfach, zuversichtlich zu bleiben. Ich für meinen Teil brauche dafür gelegentlich Impulse, die mir Mut geben. Das Musizieren ist in solchen Momenten ein wunderbares Heilmittel. Es hilft mir, im sogenannten Jetzt anzukommen – in einem Zustand, in dem ich weder über Vergangenes nachdenke noch die Zukunft im Blick habe. Die Konzentration auf das, was ich gerade spiele, verbunden mit der Kontemplation, dem Sich-Versenken in das gemeinsame Musizieren, ist eine Wohltat für mich und meine Gedanken. Nicht selten entstehen genau dann neue Perspektiven auf Ereignisse, das Leben und die Welt. Es ist wie ein gedankliches Großreinemachen.  

 

Vielleicht liegt es daran, dass Musik in ihrer Komplexität bestimmte Synapsen im Gehirn beansprucht, die sonst wenig gefordert werden und daher neue Rückschlüsse ermöglichen. Sicher ist es auch von Vorteil, sich kurzfristig gedanklich von einem Thema zu lösen, um dem Unterbewusstsein die Möglichkeit zu geben, Gedanken neu zu ordnen – auch das bekannte „Einmal darüber schlafen“ zielt in diese Richtung. In jedem Fall hat Musik oft eine tröstende Wirkung, weil sie nicht selten eine tiefe innere Freude erzeugt. 

 

In besonderem Maße empfinde ich diesen Trost bei der Musik von Johann Sebastian Bach. Seine Werke spiele ich als Hornist eher selten. Ich kenne sie überwiegend vom Hören und bin immer wieder beeindruckt von der Schöpfungskraft des Komponisten und der musikalischen Vielfalt seiner Kompositionen. Sollte es ein Jenseits geben, ist Bachs Musik für mich diejenige, die am ehesten einen Blick dorthin erlaubt. Nicht nur, weil die Fülle der musikalischen Lichtblicke überwältigend ist, sondern auch, weil sie in ihrer Kompositionskunst Dimensionen aufzeigt, die selbst bei vielmaligem Hören kaum zu erfassen und doch so selbstverständlich sind.  

 

Also: Hören Sie Bach – es lohnt sich!

 

 

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