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Grundlagen

Van Gogh ist einer jener Maler, deren Meisterwerke in allen Museen auf der ganzen Welt bewundert werden. Seine Schaffenskraft war trotz seiner schweren Krankheit – man vermutet eine Frontallappenepilepsie – enorm, die Qualität und künstlerische Kraft seiner Bilder ebenso.

Als ich vor kurzem die Ausstellung „Vincent – zwischen Wahn und Wunder“ in München besuchte, wurde dort erläutert, wie Van Gogh sein Malen erlernte. Er war der Überzeugung, dass man Zeichnen können muss, um zu malen - also übte er sich intensiv in Zeichnungen. Gleichzeitig kopierte er Bilder von Malern, die ihn beeindruckten. Er tat dies nicht in Form identischer Nachahmungen, sondern indem er deren Stil aufgriff und durch eigene Facetten erweiterte.

Beides trug dazu bei, dass er sein Handwerk verfeinerte und seine Ausdruckskraft verstärkte – und das alles ohne kostspieligen Unterricht. 

Übertragen auf meine Erfahrungen im musikalischen Bereich kann ich diese Herangehensweise nur bestätigen. Das stetige Trainieren der Grundlagen (Tonleitern, Dreiklänge und rhythmische Übungen) entspricht dem, was Van Gogh mit dem Zeichnen meinte. 

Sein Nachahmen von großen Malern spiegelt wider, was das Musizieren mit den vielen Solohornisten der Philharmoniker - es waren nur Männer - für mich bedeutete. Das Spielen mit ihnen war mein bester Unterricht. Auch ich habe sie nicht imitiert, sondern ihre charakteristischen Spielweisen und Techniken verarbeitet, ihre musikalische Herangehensweise beobachtet und daraus meinen eigenen Stil entwickelt. 

Wenn ich gefragt werde, wer mein wichtigster Lehrer war, nenne ich meist Eric Terwilliger, der in meinen jungen Philharmoniker-Jahren am Solohorn spielte. Ich habe nie eine Unterrichtsstunde von ihm erhalten, doch zu beobachten, wie er atmete, wie er sich zentrierte oder wie er musikalische Linien gestaltete, hat mehr zu meiner Entwicklung beigetragen als viele Unterrichtsstunden zusammen. Im Unisono mit seinem unverwechselbaren, wunderschönen Hornklang zu verschmelzen, hat meine eigene Klangvorstellung für ein ganzes Musikerleben geprägt. 

Danke Eric !

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